Selbstkompetenz – wie Sie Ihre innere Stärke entfachen

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Selbstkompetenz

Selbstkompetenz lässt sich trainieren und ist zentraler Bestandteil für ein erfolgreiches und erfülltes Leben

Unter Selbstkompetenz werden alle Aspekte zusammengefasst, die sich auf Ihre innere Stärke beziehen. Wenn Sie eine hohe Selbstkompetenz haben, vertrauen Sie auf sich selbst und blicken zuversichtlich in die Zukunft. Sie haben einen starken inneren Kompass, der Ihnen auch in stürmischen Zeiten den Weg weist. Sie lassen sich nicht so leicht aus der Bahn werfen. Hindernisse überwinden Sie durch Kreativität, Flexibilität oder schlicht durch Ausdauer. In diesem Artikel gehe ich auf die wichtigsten Aspekte der Selbstkompetenz ein und gebe praxisorientierte Hinweise, wie Sie Ihre Selbstkompetenz steigern können.

Was ist Selbstkompetenz?

Definition Selbstkompetenz:
Selbstkompetenz bedeutet zu wissen, wer man ist, zu erkennen, wo man hin möchte und die Fähigkeit, proaktiv auf das Erreichen seiner Ziele hinzuarbeiten.

Folgende Facetten sind Teil der Selbstkompetenz:

  • Selbstvertrauen
  • Eigeninitiative
  • Entschlusskraft
  • Resilienz (Widerstandsfähigkeit)
  • Flexibilität
  • Reflexionsfähigkeit
  • Kritikfähigkeit
  • Selbstdisziplin
  • Motivation
  • Entschlossenheit

So, wie Menschen mit einer hohen Führungskompetenz ein Team erfolgreich führen, können Menschen mit einer hohen Selbstkompetenz sich selbst erfolgreich führen. Eine hohe Selbstkompetenz führt also immer auch zu einem guten Selbstmanagement. Im Folgenden gehe ich auf die 5 wichtigsten Bereiche ein, in denen Sie Ihre Selbstkompetenz verbessern können.

1. Die eigene Persönlichkeit reflektieren

Über diesen Selbstkompetenz-Bereich

Schon das Orakel von Delphi, die anerkannteste Beratungsinstitution der Antike, forderte seine Besucher auf, ihre eigene Persönlichkeit zu ergründen. Erkenne Dich selbst lautete der Appell, der am Eingang des Tempels angebracht war. Über die Aussagekraft der Prophezeiungen lässt sich streiten. Aber eine genaue Kenntnis der eigenen Verhaltensweisen, Antriebe und Charakterzüge ist nach wie vor einer der wichtigsten Ausgangspunkte für ein glückliches, erfolgreiches und erfülltes Leben.

Was ist Ihre Bestimmung? Bei welchen Tätigkeiten fühlen Sie sich rundum glücklich? Was können Sie besser als andere? Ohne das zu wissen, wird es schwer, Ihre Berufung zu erkennen.

Was macht Sie wütend, frustriert, enttäuscht oder traurig? Welche Fehler machen Sie regelmäßig und wie können Sie das stoppen? Wenn Sie diese Reaktionsmuster nicht reflektieren, wird es schwer, sie zu durchbrechen.

Wie Sie sich in diesem Selbstkompetenz-Bereich verbessern können

Wenn Sie einen strukturierten Überblick über Ihre Persönlichkeit erhalten wollen, empfehle ich Ihnen, ein Persönlichkeitsmodell einzusetzen. Dieses kostenlose Ebook kann Ihnen helfen, Ihre dominanten Charakterzüge zu identifizieren.

Um Ihre Reflexionsfähigkeit zu steigern, sollten Sie zumindest zeitweise ein Tagebuch führen. Versuchen Sie nicht nur zu beschreiben, was war, sondern setzen Sie sich auch mit den Gründen für Ihre Handlungen auseinander und überlegen Sie, ob ein anderes Verhalten nicht vielleicht zielführender gewesen wäre.

Wenn Sie Ihre Selbstempathie erhöhen und Ihre Gefühlswelt bewusster wahrnehmen möchten, sollten Sie es einmal mit Meditation versuchen. Auch dies muss keine Dauereinrichtung werden. Nehmen Sie sich die nächsten 10 Tage lang einfach mal eine halbe Stunde Zeit und beobachten Sie, was sich bei Ihnen verändert.

2. Ziele setzen

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Menschen mit einer hohen Selbstkompetenz wissen, wo sie hinwollen. Klare Ziele weisen Ihnen im Alltag den Weg und vereinfachen es, Entscheidungen zu treffen. Sie werden außerdem sensibler für Chancen, die sich ergeben. Darüber hinaus wirken attraktive Ziele auch sehr motivierend. Wenn Sie daran arbeiten, Ihre Träume zu verwirklichen, wissen Sie genau, wofür Sie jeden Morgen aufstehen.

Wenn Sie sich selbst keine Ziele setzen, werden das andere für Sie übernehmen. Ihr Chef wird über Ihre beruflichen Ziele entscheiden, Ihr Partner über Ihre privaten. Sie selbst können auf deren Wünsche, Vorgaben und Bitten dann nur noch reagieren. Mal werden Sie Ja sagen, mal sagen Sie Nein. Subjektiv haben Sie das Gefühl, sich einfach treiben zu lassen, objektiv treiben Sie in eine Richtung, die andere vorgeben.

Wie Sie sich in diesem Selbstkompetenz-Bereich verbessern können

Um sich Ihrer Wünsche bewusst zu werden, müssen Sie in sich gehen. Neben dem, was im ersten Teil steht, ist es auch hilfreich, wenn Sie sich die richtigen Fragen stellen:

  • Was würden Sie tun, wenn Sie nur noch ein Jahr zu leben hätten?
  • Was macht Ihnen Spaß? In welchen Situationen denken Sie „Ja, so sollte das Leben sein!“?
  • Was würden Sie tun, wenn Sie jeden Monat 5.000 Euro bekommen würden? Was würden Sie tun, wenn Sie mit 100%iger Sicherheit erfolgreich wären und nicht scheitern könnten? (Meine beiden Lieblingsfragen)

Vereinfachen können Sie den Suchprozess, indem Sie Ihre Ziele in verschiedene Bereiche unterteilen. Eine mögliche Aufteilung wäre: Freunde, Familie, Partnerschaft, Freizeit, Spiritualität, persönliche Weiterentwicklung, Sport, Ernährung, Geld, Karriere. Ergänzen Sie die Liste gegebenenfalls und verwenden Sie die Kategorien, die für Sie passen.

Wenn Ihnen nichts einfällt, fragen Sie sich, „was möchte ich auf gar keinen Fall?“ Was möchten Sie ändern? Mit was sind Sie unzufrieden? Das Gegenteil dieser negativen Dinge ist eine gute Ausgangsbasis, um konkrete Ziele aufzustellen.

3. Glaubenssätze selbstbestimmt wählen

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Glaubenssätze können Sie sich als Denkstruktur Ihres Unterbewusstseins vorstellen. Manche sind gut und hilfreich, auch wenn sie Sie beschränken. Ich kann nicht fliegen bewahrt Sie beispielsweise davor, aus dem Fenster zu springen. Die meisten beschränkenden Glaubenssätze sind aber hinderlich, z.B. ich werde immer zu dick sein. Wenn Sie das glauben, werden Sie gar nicht erst versuchen Sport zu treiben oder Ihre Ernährung umzustellen.

Menschen mit einer hohen Selbstkompetenz sind eher von positiven und bestärkenden Glaubenssätzen geprägt, wie wenn ich etwas wirklich will, kann mich nichts aufhalten oder ich muss keinem etwas beweisen. Lassen Sie sich von niemandem einreden, was Sie können und was nicht. Mein Lieblingsspruch in diesem Zusammenhang ist:

Alle wussten, dass es nicht geht. Dann kam einer, der das nicht wusste und der hat es einfach gemacht.

Wie Sie sich in diesem Selbstkompetenz-Bereich verbessern können

Zunächst einmal ist hilfreich, wenn Sie eine Inventur Ihrer Glaubenssätze machen. Am leichtesten ist dies, wenn Sie es auf Ihre Ziele beziehen. Machen Sie für jedes Ziel ein kurzes Brainstorming. Warum wird es schwer sein, dieses Ziel zu verwirklichen? Warum konnten Sie es bisher nicht erreichen? Schreiben Sie alles auf, was Ihnen durch den Kopf geht.

Für die Zukunft sollten Sie auf Ihre geistige Hygiene achten. Was reden Ihnen Ihre Freunde ein? Das wird nichts oder du machst das schon? Mit welchen Filmen beschäftigen Sie sich? Welche Lieder hören Sie? Suchen Sie bei Youtube mal nach „Kool Savas – Krank“ und nach „Kollegah – Du bist Boss“. Leicht vorstellbar, dass Menschen, die den Tag mit Krank beginnen eine ganz andere Wahrnehmung entwickeln, als Menschen, die mit Du bist Boss aufstehen.

Die meiner Meinung nach effektivste Methode, um bestärkende Glaubenssätze zu etablieren, sind Affirmationen. Als Faustformel sollten Ihre Affirmationen ohne Verneinung, im Präsenz sowie möglichst knapp und präzise formuliert sein. Ob Sie besser mit einer Zustands- (ich bin selbstbewusst) oder einer Prozess-Affirmation (ich werde immer selbstbewusster) zurechtkommen, müssen Sie ausprobieren. Beschränken Sie sich für den Anfang auf maximal 10 Affirmationen. Sprechen Sie diese Affirmationen mindestens 3 Monate lang, jeweils vor dem Schlafengehen und nach dem Aufwachen.

4. Proaktivität entwickeln

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Menschen mit einer hohen Selbstkompetenz werden selbst aktiv. Sobald sie erkannt haben, was sie wollen, suchen sie nach Möglichkeiten, nicht nach Ausreden. Thomas Edison sagte dazu einmal Erfolg hat nur, wer etwas tut, während er auf den Erfolg wartet. Agieren Sie nicht re-aktiv, sondern pro-aktiv. Warten Sie nicht, bis Ihnen andere eine gute Gelegenheit anbieten, sondern versuchen Sie selbst, aktiv gute Gelegenheiten herbeizuführen. Nur so können Sie sicherstellen, dass Ihr Erfolg primär von Ihnen selbst und nicht von anderen abhängt.

Wie Sie sich in diesem Selbstkompetenz-Bereich verbessern können

Konzentrieren Sie sich auf Ihre wichtigsten Ziele. Schreiben Sie alles auf, was Sie erledigen möchten und sortieren Sie sämtliche Items nach Wichtigkeit. Danach ignorieren Sie erst einmal alles, was sich hinter dem 3. Platz befindet und werden im Bezug auf Ihre Nummer 1 sofort aktiv.

Konzentrieren Sie sich auf das, was Sie selbst beeinflussen können. Es bringt nichts, sich über die Politik, die wirtschaftliche Lage, Ihren Chef oder über Ihren Partner aufzuregen. Die Frage muss lauten: Was kann ich selbst unternehmen, um mein Leben zu verbessern?

5. Rückschläge bewältigen

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Menschen mit Selbstkompetenz haben eine hohe Frustrationstoleranz. Sie sehen Rückschläge nicht als Beweis für ihr Scheitern oder die Unmöglichkeit ihres Ziels an. Sie vertrauen auf sich selbst und lassen sich von Misserfolgen zwar beeinflussen, aber nicht beirren. Folgende Aussage dazu wird Winston Churchill zugeschrieben: Die Kunst ist, einmal mehr aufzustehen, als man umgeworfen wird.

Wie Sie sich in diesem Selbstkompetenz-Bereich verbessern können

Ändern Sie Ihren emotionalen Zustand. Unmittelbar nach einem Misserfolg ist man oft niedergeschlagen und demotiviert. Aber dieses emotionale Tief bringt Sie nicht weiter, sondern es blockiert Sie. Konzentrieren Sie sich stattdessen auf etwas Positives. Für was in Ihrem Leben sind Sie dankbar? Auf was sind Sie stolz? Blicken Sie zurück auf eine Situation, in der Sie Ähnliches durchmachen mussten und bewältigt haben.

Sehen Sie Rückschläge als Lernmöglichkeiten. Bei einer Niederlage ist man enttäuscht oder frustriert und deshalb viel gewillter, sich mit den Gründen dafür auseinanderzusetzen, als man es bei einem Erfolg ist. Analysieren Sie, was nicht funktioniert hat und überlegen Sie, wie Sie es beim nächsten Mal besser machen können. Versuchen Sie, flexibel und kreativ auf Probleme zu reagieren. Rückschläge sind die beste Chance, um sich weiterzuentwickeln.

Sowohl die Änderung Ihres emotionalen Zustandes als auch die Reflexion des Geschehenen fällt oft leichter, wenn Sie sich Unterstützung bei anderen Menschen holen.

Sie wissen nun, was Selbstkompetenz ist und kennen die 5 Entwicklungsbereiche, in denen Sie sie am besten trainieren können. Falls Sie an Ihrer Selbstkompetenz arbeiten möchten, sollten Sie nicht versuchen, alle Bereiche auf einmal anzugehen. Konzentrieren Sie sich auf den Selbstkompetenz-Bereich, in dem Sie Ihrer Meinung nach die größten Defizite aufweisen. Kleiner Tipp: wenn Sie nicht genau wissen, welcher Bereich das bei Ihnen ist, dann ist es der erste, Die eigene Persönlichkeit reflektieren.

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